Gruppen der EM 2021

Erst zum zweiten Mal nach 2016 sind bei der EM 2021 gleich 24 Mannschaften am Start. Die UEFA begründete die Aufstockung mit dem Hinweis, dass so auch kleinere Nationen mal die realistische Chance auf eine Teilnahme bei einer Europameisterschaft haben. Kritiker bemängeln die damit einhergehende qualitative Abwertung der EM. Seit 2016 dürfen bei einer Europameisterschaft 24 von 55 UEFA-Mitgliedsländern teilnehmen, also fast jedes zweite UEFA-Mitglied.

Die paneuropäische EM 2021 findet in zwölf Ländern statt. Alle zwölf Austragungsländer mussten allerdings den Weg über die EM-Qualifikation gehen, es gab damit also erstmals kein Land, das bereits vor der Qualifikation automatisch für die EM 2021 qualifiziert war. In der Gruppenphase gibt es pro Gruppe maximal zwei Austragungsorte und maximal zwei qualifizierte Austragungsländer. Jeder dieser ausrichtenden Teilnehmer wird mindestens zwei Heimspiele bestreiten dürfen, in einigen Fällen sogar drei. So bestreitet Deutschland alle drei Gruppenspiele in München.

In der K.o.-Phase erlischt das Recht auf Heimspiele. Die Chance, dass Deutschland in der K.o.-Phase nochmal in München antritt, ist eher gering. Nur wenn die DFB-Auswahl als einer von vier Gruppenbesten das anschließende Achtelfinale siegreich gestaltet, steht man am 2. Juli 2021 im Viertelfinale von München. Übrigens: Mit Irland, Aserbaidschan und Rumänien gibt es bei der EM 2021 drei Ausrichterländer, deren Nationalmannschaften sich nicht für die EM qualifizieren konnten.

Wir geben euch hier einen Überblick über die sechs EM-Gruppen. Klickt auf die jeweiligen Teilnehmer der EM 2021, um Details über die jeweiligen Kader und Stars sowie Prognosen und TV-Tipps zu erhalten!

 

Austragungsorte: Rom (Italien) und Baku (Aserbaidschan)

Es ist DIE Reisegruppe der EM 2021. Zwischen den Spielorten Rom und Baku liegen rund 3000 Kilometer und drei Zeitzonen. Italien ist auf dem Papier sicher das stärkste Team. Dahinter duellieren sich mit der Türkei, der Schweiz und Wales drei nahezu gleichwertige Teams, wobei wir die Schweiz und die Türkei im Kampf um Platz zwei vor den Walisern sehen. Dass Wales dennoch alles andere als Fallobst ist, hat der sensationelle Halbfinaleinzug von Bale und Co. bei der EURO 2016 bewiesen.

 

Austragungsorte: Kopenhagen (Dänemark) und Sankt-Petersburg (Russland)

Keine Frage, alles andere als ein Gruppensieg der Belgier wäre schon eine kleine Überraschung. Und das, obwohl man gegen Dänemark und Russland echte Auswärtsspiele bestreitet. Dänemark dürfte dahinter die besten Karten aufs Weiterkommen haben, während der Zauber der Russen nach der Heim-EM eher verflogen sein dürfte. EM-Neuling Finnland räumen wir maximal Außenseiterchancen ein.

 

Austragungsorte: Amsterdam (Niederlande) und Bukarest (Rumänien)

Die Holländer starten nach zwei verpassten Turnieren (EM 2016 und WM 2018) als klarer Gruppenfavorit in die EM 2021. Spannend dürfte der Kampf um Platz zwei werden, da Ukraine und Österreich sportlich in etwa gleichauf sind. Erstmals bei einer EM dabei und wohl ohne Aussichten aufs Weiterkommen: Nordmazedonien.

 

Austragungsorte: London (England) und Glasgow (Schottland)

In Gruppe D wird’s britisch! Alle Duelle finden auf der Insel in London und Glasgow statt. Besonders heiß dürfte es am 18. Juni werden, wenn im „Battle of Britain“ die hochdekorierten Engländer auf Schottland im Wembleystadion treffen. Vize-Weltmeister Kroatien und England werden den Gruppensieg unter sich ausmachen, Tschechen und Schotten bleibt wohl oder übel nur die Hoffnung auf (einen ordentlichen) Rang drei.

 

Austragungsorte: Bilbao (Spanien) und Dublin (Irland)

Mit Spanien genießt einer der EM-Titelfavoriten in drei Gruppenspielen Heimrecht. Die offensivstarken Polen gehen gegenüber Schweden und der Slowakei favorisiert ins Rennen um Platz zwei. Schweden überstand seit 2004 keine EM-Gruppenphase, für die Slowakei ist es überhaupt erste die zweite EM-Teilnahme überhaupt.

 

Austragungsorte: München (Deutschland) und Budapest (Ungarn)

Die Todesgruppe der EM 2021! Mit dem amtierenden Weltmeister Frankreich, dem EM-Titelverteidiger Portugal, dem dreimaligen Europameister Deutschland. Favorit auf den Gruppensieg sind dennoch die Franzosen. Portugal ist gegen das noch im Umbruch befindliche Deutschland leicht favorisiert, weswegen das Erreichen der K.o.-Phase für das DFB-Team alles andere als sicher ist. Ungarn wird den Erfolg bei der EM 2016 (Achtelfinale) wohl kaum wiederholen dürfen.