Frankreich

Der amtierende Weltmeister geht selbstverständlich als Topfavorit auf den EM-Titel ins Turnier. Frankreichs Gegner in Gruppe F haben es allerdings in sich: Les Bleus treffen auf den dreimaligen Europameister Deutschland, auf EM-Titelverteidiger Portugal und Ungarn. Das französische Team hat bei der EM 2021 gleich zwei echte Auswärtsspiele: Zum Auftakt gegen Deutschland tritt man in München an, vier Tage später geht es in Budapest gegen die Ungarn. Wir blicken für euch auf die Termine der französischen Nationalmannschaft, bewerten ihren Kader und geben eine Prognose auf Frankreichs Titelchancen bei der EM 2021 ab. Abschließend zeigen wir euch die interessantesten Wetten und Quoten des zweimaligen Europameisters.

So lief Frankreichs Qualifikation für die EM 2021

Nachdem Frankreich die letzte EM noch im eigenen Land ausrichten durfte und dementsprechend als Gastgeber für die EURO 2016 direkt qualifiziert war, ging die Équipe Tricolore in ihre erste EM-Quali seit acht Jahren. Mit der Türkei lieferte sich Frankreich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen: Das Hinspiel im türkischen Konya verloren Mbappé, Griezmann und Co überraschend mit 0:2, das Rückspiel in Saint-Denis konnte auch nicht siegreich gestaltet werden (1:1). Am Ende holte Frankreich dennoch den Gruppensieg in der Qualifikation, da alle anderen acht Spiele gewonnen wurden. In aller Regel geschah dies humorlos und durchaus mit knappen Resultaten: In Island siegte Frankreich 1:0, zuhause drehte man erst spät einen Rückstand gegen Moldawien in einen 2:1-Erfolg. Letztlich löste Frankreich vorzeitig das EM-Ticket und nimmt somit zum 13. Mal in Folge an einem großen Turnier (WM & EM) teil.

 

Der französische Kader bei der EM 2021

Frankreichs Kader ist einer, wenn nicht DER klangvollste der EM 2021. Insbesondere die starke Offensive ist derzeit wohl das Beste, was es im Weltfußball gibt: Da ist der pfeilschnelle Kylian Mbappé, bester Jungprofi bei der WM 2018. Da ist Antoine Griezmann, Toptorschütze der EM 2016 im eigenen Land. Hinzu kommt der dribbelstarke Kingsley Coman, der die Bayern zum Champions-League-Sieg in Lissabon schoss. Anthony Martial und Paul Pogba gehören zu den Führungsspielern bei Manchester United und der Nationalmannschaft. Zudem lauert mit Gladbachs Marcus Thuram ein riesiges Talent in der zweiten Reihe. Oliver Giroud dürfte als Edelreservist wohl nur eine Nebenrolle bei der EM 2021 zukommen.

Das Mittelfeld besteht aus den festen Säulen Paul Pogba und Ngolo Kanté. Beide gelten als gesetzt. Houssem Aouar, Steven Nzonzi und Eduardo Camavinga werden wohl über den Status des Ergänzungsspielers nicht hinaus kommen, denn mit Adrien Rabiots und Corentin Tolisson sind wohl eher die zwei Leistungsträger von Juventus und Bayern München erst Wahl bei Deschamps.

In der Innenverteidigung gilt Frankreichs WM-Abwehrchef Raphael Varane als gesetzt. Neben ihm wird diesmal nicht Samuel Umtiti verteidigen, sondern höchstwahrscheinlich Clement Lenglet, der Umtiti auch beim FC Barcelona verdrängt hat. Leipzigs Dayot Upamecano dürfte wohl die erste Alternative sein, sollten Varane oder Lenglet ausfallen. Auf rechts ist Bayern Benji Pavard gesetzt und auf der anderen Seite hat Ferland Mendy, der bei Real Madrid eine starke Saison spielt, gute Chancen, Lucas Hernandez als Linksverteidiger zu verdrängen. Im Tor steht abermals Hugo Lloris, der seine dritte Europameisterschaft nach 2012 und 2016 absolviert.

Die große Stärke des Frankreich-Kaders liegt in der Flexibilität. Die Fähigkeit, Spiele auf verschiedene Weise zu gewinnen, ist einer der größten Vorteile der Franzosen.

 

Das französische Aufgebot nach Positionen:

Tor: Hugo Lloris (Tottenham Hotspur), Mike Maignan (OSC Lille), Steve Mandanda (Olympique Marseille)

Abwehr: Lucas Digne (FC Everton), Leo Dubois (Olympique Lyon), Lucas Hernandez (Bayern München), Presnel Kimpembe (Paris Saint-Germain), Clement Lenglet (FC Barcelona), Ferland Mendy, Raphael Varane (beide Real Madrid), Dayot Upamecano (RB Leipzig)

Mittelfeld: Eduardo Camavinga, Steven Nzonzi (beide Stade Rennes), N’Golo Kante (FC Chelsea), Adrien Rabiot (Juventus Turin), Moussa Sissoko (Tottenham Hotspur)

Angriff: Houssem Aouar (Olympique Lyon), Wissam Ben Yedder (AS Monaco), Olivier Giroud (FC Chelsea), Antoine Griezmann (FC Barcelona), Jonathan Ikone (OSC Lille), Anthony Martial (Manchester United), Kylian Mbappe (Paris Saint-Germain)

Trainer: Didier Deschamps

Frankreich vor der EM 2021: Der aktuelle Trend

Das Deschamps-Team ließ auch nach erfolgter EM-Qualifikation nicht locker und besiegte im Corona-Jahr 2020 in der UEFA Nations League unter anderem Vizeweltmeister Kroatien in Hin- und Rückspiel (4:2, 2:1). Gegen EM-Gruppengegner Portugal blieb die französische Auswahl in zwei Nations-League-Duellen zudem ohne Gegentor (0:0, 1:0).

Ein Testspiel gegen die Ukraine geriet Anfang Oktober zum Scheibenschießen, mit 7:1 schickte Frankreich die Osteuropäer nach Hause. Umso erstaunlicher war das Ergebnis eines weiteren Freundschaftsspiel Mitte November gegen Finnland, das Frankreich völlig überraschend im heimischen Stade de France mit 0:2 verlor. Bemerkenswert vor allem deshalb, weil der Équipe Tricolore, die allerdings nicht mit dem ersten Aufgebot antrat, kein Treffer gegen den EM-Neuling gelang. Es war zugleich die erste Heimniederlage seit über zweieinhalb Jahren.

 

Die französischen Spiele bei der EM 2021 live im TV

Frankreichs Partien werden bei der EM 2021 im deutschen Free-TV live zu sehen sein. ARD und ZDF haben die Übertragungsrechte für alle 51 Spiele der EM 2021 gekauft und senden täglich im Wechsel live. Das Spiel Portugal gegen Frankreich (23.06., 21 Uhr) findet parallel zum Spiel Deutschland gegen Ungarn statt. Die deutsche Partie wird live im Hauptkanal von ARD oder ZDF gezeigt. Ihr verpasst dennoch keinen Auftritt von Mbappé und Co., denn wie schon bei den letzten EM- und WM-Turnieren bieten ARD und ZDF einen Livestream aller Spiele kostenlos an.

Datum
Gruppenspiele
Ergebnis
Spielort
Live im TV
Dienstag, 15.06., 21:00 Uhr:
Frankreich – Deutschland
-:-
München
ARD/ZDF
Samstag, 19.06., 15:00 Uhr:
Ungarn – Frankreich
-:-
Budapest
ARD/ZDF
Mittwoch, 23.06., 21:00 Uhr:
Portugal – Frankreich
-:-
Budapest
ARD/ZDF

FACTS ZUR FRANZÖSISCHEN MANNSCHAFT

1.

Mit Kylian Mbappé steht der mit Abstand wertvollste Spieler der EM 2021 in Frankreichs Reihen. Das Portal transfermarkt.de beziffert den Marktwert des PSG-Angreifers auf 180 Millionen Euro.

2.

Frankreichs Weltmeister-Trainer Didier Deschamps ist bei Turnierbeginn knapp neun Jahre im Amt. Er ist damit nach Jogi Löw auf Rang zwei der dienstältesten Trainer der EM 2021.

3.

13 Jahre nachdem Frankreichs Rekordnationalspieler Lilian Thuram sein letztes Turnier bestritt (EM 2008), wird sein Sohn Marcus Thuram seine erste Europameisterschaft absolvieren. Der Angreifer in Diensten von Borussia Mönchengladbach ist.

Prognose für Frankreich bei der EM 2021

Frankreich steht bei der EM 2021 besonders im Fokus. Als amtierender Weltmeister lastet ein besonderer Druck auf dem Deschamps-Team. Doch gerade der Trainer weiß, wie man als Weltmeister die darauffolgende EM gewinnt. Im Jahr 2000 holte er als Kapitän mit Frankreich den EM-Titel, nur zwei Jahre nach dem WM-Triumph in Saint-Denis. Mit der perfekten Mischung aus hochtalentierten Jungstars wie Kylian Mbappé, Benjamin Parvard oder Kingsley Coman, die alle ihren Zenit noch nicht erreicht haben, sowie Spielern im besten Fußballalter wie Paul Pogba, Antoine Griezmann oder Ngolo Kanté geht der EM-Titel wohl nur über die „Grande Nation“.

Setzt sich Frankreich als Erster in der Gruppe F durch, wartet im Achtelfinale mit einem Gruppendritten aus den Gruppen A, B oder C wohl eine absolute Pflichtaufgabe. Selbst im Viertelfinale träfe man noch nicht auf einen Gruppensieger, was bedeutet: Läuft für die Franzosen alles nach Plan, wartet der erste echte Hochkaräter im Halbfinale (möglicherweise Belgien). Frankreich ist bei der EM 2021 also nicht nur auf dem Papier Topfavorit auf den Titel. Meistert es die zugegeben harte Gruppe mit Deutschland und Portugal, dann ist das Halbfinale fast schon gebucht. Ein weiterer Pluspunkt ist die Erfahrung von Les Bleus. Die Mannschaft der Franzosen weiß, im Gegensatz zu den ebenfalls hochgehandelten Engländern, Belgiern oder Niederländern, wie man Titel gewinnt.

 

Unser Tipp:

Frankreich erreicht bei der EM 2021 mindestens das Finale in London. Die Nationalmannschaft hat mit über einer Milliarde Marktwert inzwischen zwar nicht mehr den teuersten Nationalmannschafts-Kader der Welt – den hat laut dem Portal transfermarkt.de England. Im Vergleich zu den Engländern verfügen Les Bleus aber über den deutlich erfahreneren Kader, der unter der Leitung von Didier Deschamps Weltmeister wurde. Leistet man sich in der harten Gruppe F gegen Deutschland und Portugal keinen Faux-pas, dann sind wir uns sicher: Frankreich sehen wir am 11. Juli im Wembley-Stadion wieder. Dort ist dann alles möglich, wie das letzte EM-Finale gegen Portugal gezeigt hat.