Ungarn

Der zweimalige Vizeweltmeister Ungarn (1938, 1954) wurde in die Hammergruppe der EM 2021 gelost! Mit Frankreich, Deutschland und Portugal treffen die Magyaren auf drei Schwergewichte des Weltfußballs. Immerhin nimmt Ungarn nun zum zweiten Mal in Folge an einer Europameisterschaft teil, nachdem man sich zuvor seit den 80ern für kein großes Turnier (WM, EM) mehr qualifizieren konnte. Kleiner Vorteil: Die Spiele gegen Portugal und Frankreich trägt man zuhause in Budapest aus. Ob Ungarn überhaupt eine Chance aufs Weiterkommen hat und wie die Quoten Ungarns bei der EM 2021 stehen, verraten wir euch in unserer Ungarn-Prognose.

So lief Ungarns Qualifikation für die EM 2021

Ungarn ist einer von vier EM-Teilnehmern, die sich über die Playoff-Runde der Nations League für die EM 2021 qualifizieren konnten. Über die „herkömmliche“ EM-Quali gelang dies nämlich nicht, obwohl man gleich im zweiten Gruppenspiel völlig überraschend Vizeweltmeister Kroatien zuhause besiegen konnte (2:1). Es folgten weitere Siege in Aserbaidschan (3:1) und gegen die favorisierten Waliser (1:0), ehe der große Einbruch folgte: Aus den restlichen vier Partien holte man lediglich im Heimspiel gegen Aserbaidschan noch Punkte (1:0). Am Ende landete Ungarn nur auf Rang vier hinter Kroatien, Wales und der Slowakei. Das Team des italienischen Trainers Marco Rossi nutzte dann im Herbst 2020 die Playoff-Spiele der Nations League, wo Ungarn im Halbfinale Bulgarien 3:1 schlug und in einem Herzschlag-Finale gegen Island mit 2:1 gewann. Der Doppelschlag gelang Ungarn dabei erst in der 88. und 90. Minute – ein wahrer Krimi, an dessen Ende Ungarns vierte EM-Teilnahme feststand!

Ungarns Kader bei der EM 2021

Es steht außer Frage, dass Ungarn als absoluter Außenseiter ins Turnier startet. Laut dem Portal transfermarkt.de gehören sie zu den EM-Teilnehmern mit dem niedrigsten Gesamtmarktwert. Dennoch gibt es einige interessante Spieler, die wir in den Fokus rücken möchten.

Allen voran Leipzigs Schlussmann Peter Gulasci, der sicher zu den besseren Bundesliga-Torhütern zählt und auf der Position im Kasten der Magyaren trotz eines riesigen Patzers in den EM-Playoffs gegen Island quasi keine Konkurrenz hat. Auch in der Innenverteidigung taucht ein alter Bekannter aus der Bundesliga auf, der ebenfalls bei RB Leipzig in Lohn und Brot steht: Willi Orban, der einst zwei U21-Länderspiele für Deutschland bestritt, seit 2018 aber der ungarischen Nationalmannschaft angehört. Neben ihm dürfte Tamas Kadar von Dynamo Kiew in der Verteidigung gesetzt sein. Die Ungarn haben in der EM-Qualifikation zumeist mit einer Dreierkette gespielt, weswegen davon auszugehen ist, dass Trainer Rossi auch bei der EM 2021 auf eine stabile Defensive baut und mit einem 3-5-2-System spielen lässt.

Verheißungsvollstes Talent der Ungarn ist ganz klar Dominik Szoboszlai. Der 20-Jährige debütierte erst im März 2019 für die ungarische Nationalmannschaft, erzielte aber bereits drei Treffer (darunter das entscheidende 2:1 gegen Island in den Playoffs) und wechselte im Winter 2021 zu Gulasci und Orban nach Leipzig. Szoboszlai ist der derzeit wertvollste Spieler Ungarns (25 Millionen Euro Marktwert) und variabel im Mittelfeld einsetzbar.

Im Angriff der Ungarn ist mit Adam Szalai (Mainz 05) ein extrem erfahrener Torjäger gesetzt. Neben ihm kommt wohl der Freiburger Roland Sallai als zweite Spitze zum Zug, wobei auch Nemanja Nikolics (Fehevar) eine Alternative im Sturm darstellt.

Ob Ungarns Rekordnationalspieler Balazs Dzsudzsak (108 Spiele, genauso viele wie Gabor Kiraly) noch auf den EM-Zug aufspringt, ist äußerst fraglich. Bei der EM 2016 führte er Ungarn noch als Kapitän aufs Feld. Doch der seit einigen Jahren in den Emiraten spielende Offensivakteur wurde zuletzt nicht mehr von Rossi für Länderspiele nominiert.

 

Das ungarische Aufgebot nach Positionen:

Tor:

Abwehr:

Mittelfeld:

Angriff:

Trainer: Marco Rossi

Ungarn vor der EM 2021: Der aktuelle Trend

Ungarns Nationalmannschaft ist vor allem in einer Hinsicht seit vielen Jahren konstant: Man spielt unkonstant. So folgte etwa in der Nations League auf den bemerkenswerten Auswärtssieg in der Türkei eine Heimniederlage gegen Russland. In der EM-Quali besiegte man Kroatien, um anschließend gegen die Slowakei zu verlieren.

Dennoch war in 2020 ein Positivtrend erkennbar: Im von der Corona-Pandemie geprägten Jahr verlor Ungarn nur eines von acht Länderspielen. Damit schafften es die Rot-Weiß-Grünen zum Jahresende 2020 immerhin unter die Top 40 der FIFA-Weltrangliste. Damit steht man vor anderen EM-Teilnehmern wie Tschechien oder Finnland. Als weiterer Erfolg ist der Aufstieg in die Liga A der Nations League Ende November zu werten. In der nächsten Austragung der UEFA Nations League (2022/23) darf sich Ungarn dann nämliche mit den besten Teams Europas messen.

Ungarns Spiele bei der EM 2021 live im TV

Ungarn bei der EM 2021 – natürlich auch im deutschen Free-TV live. ARD und ZDF haben die Übertragungsrechte für alle 51 Spiele der EM 2021 gekauft und senden täglich im Wechsel live. Ihr verpasst auch online keinen Auftritt der Ungarn, denn wie schon bei den letzten EM- und WM-Turnieren bieten ARD und ZDF einen Livestream aller Spiele kostenlos an.

Datum
Die deutschen Gruppenspiele
Ergebnis
Spielort
Live im TV
Dienstag, 15.06., 18:00 Uhr:
Ungarn – Portugal
-:-
Budapest
ARD/ZDF
Samstag, 19.06., 15:00 Uhr:
Ungarn – Frankreich
-:-
Budapest
ARD/ZDF
Mittwoch, 23.06., 21:00 Uhr:
Deutschland – Ungarn
-:-
München
ARD/ZDF

FACTS ZUR UNGARISCHEN MANNSCHAFT

1.

Bei der EM 2016 gewann Ungarn überraschend die Gruppe vor Island, Portugal und Österreich. Man verlor kein Gruppenspiel und schoss die meisten Tore der Gruppenphase (6, genauso viele wie Wales).

2.

Spieler wie Kadar, Nagy und Szalai absolvieren ihre zweite EM nach dem Turnier in Frankreich. Damals wurde Ungarn übrigens von Bernd Storck und Andreas Möller trainiert.

3.

Seit dem legendären WM-Finale in Bern 1954 traf Deutschland weder bei einer WM noch bei einer EM auf Ungarn. Lediglich bei den Olympischen Spielen in München gab es die Partie, Deutschland verlor mit 1:4.

Prognose für Ungarn bei der EM 2021

Im Vergleich zur EM 2016, bei der man völlig überraschend als Gruppensieger ins Achtelfinale einzog (und dort dann 0:4 gegen Belgien verlor), dürften die Aufgaben für Ungarn nun noch einmal schwieriger werden. Ein 3:3 gegen Portugal wie bei der EM in Frankreich ist nun wahrlich nicht zu erwarten. Die Partie gegen Frankreich könnte sogar schon das vorzeitige Aus bedeuten. Schaffen es die Magyaren gegen diese Weltklasse-Offensive zu bestehen, dann winkt gegen Deutschland womöglich ein Endspiel ums Weiterkommen. Daran glauben allerdings nur die kühnsten Optimisten.

Unser Tipp:

Ungarn wird in der sogenannten Todesgruppe der EM 2021 nicht viel zu melden haben, auch wenn die beiden Spiele gegen Portugal und Frankreich daheim in Budapest stattfinden. Drei Spiele, drei Niederlagen.